
Viele Autobesitzer kennen das: Eigentlich sollte der Wagen in einer Waschstraße schön sauber werden, und auf den ersten Blick ist er das auch. Doch beim näheren Hinsehen dann der Schock: Die Bürsten haben feine Lackkratzer hinterlassen. Auch der Dampfstrahler zum Vorreinigen kann dafür sorgen, dass der Lack Schäden nimmt. Alles sehr ärgerlich. Doch was kann man tun, um das zu vermeiden oder – falls schon passiert – nach Möglichkeit rückgängig zu machen? Wir klären auf.
Die Grundsatzfrage: Selbst reinigen oder den Profi ranlassen?
Früher wurden Autos in Deutschland oft von den Besitzern einfach am Straßenrand gewaschen. Heute ist das (zu Recht!) aus Umweltschutzgründen nicht mehr erlaubt. Bleibt also nur die Waschstraße?
Nein, es gibt durchaus Alternativen. Da wären beispielsweise die mittlerweile in fast jeder Stadt vorhandenen Waschparks, in denen man sein Fahrzeug in eigens dafür vorgesehenen Boxen von Hand waschen kann. Das kostet kaum mehr als die Reinigung in der Waschstraße, ist aber viel schonender zum Lack und beugt bei richtiger Vorgehensweise entsprechenden Kratzern vor. Einziger Nachteil: Die Reinigung ist etwas zeitaufwändiger und man muss selbst körperlich tätig werden.
Wer sich diese Arbeit nicht machen möchte und auch die Waschstraße aufgrund der Strapazen für den Autolack meidet, der sollte die Reinigung beim Profi vornehmen lassen. Ein entscheidender Vorteil dabei ist die Erfahrung des Reinigungsteams, das genau weiß, wie verschmutzte Autos so schonend wie möglich zu reinigen sind. Zudem hat der Profi in der Regel spezielle Geräte zur Verfügung, mit denen die Arbeiten gründlicher und zugleich schonender ausgeführt werden können.
Wer sein Fahrzeug von Anfang an so schonend behandelt (egal ob per eigener Handwäsche oder Reinigung vom Profi), wird sich mit dem Problem der Kratzer durch Waschanlagen und/oder Dampfstrahler erst gar nicht beschäftigen müssen.
Lackkratzer reparieren bzw. entfernen
Machen wir uns nichts vor: Die meisten Fahrzeugbesitzer werden nicht die Zeit oder Lust haben, ihren Wagen stets selbst zu reinigen oder jedes Mal zum Profi zu geben. Ergo geht es dann doch in die Waschstraße, mit dem Effekt, dass sich mit der Zeit die berüchtigten feinen Kratzer im Lack bilden. Wie man diese wieder loswird, wollen wir uns im Folgenden ansehen.
Fahrzeug polieren
„Sind die Kratzer noch ganz fein, können sie unter Umständen durch eine gründliche Politur entfernt werden“, rät ein professioneller Gutachter aus Cham. „Allerdings ist in diesem Zusammenhang davon abzuraten, das Ganze selbst in die Hand zu nehmen. Die wenigsten Privatmenschen verfügen hierfür über die nötigen Geräte, zudem sind die im freien Handel erhältlichen Polituren nicht gerade als das Optimum zu werten.“
Besser ist es also, den Profi ranzulassen. Gewerbliche Fahrzeugaufbereiter besitzen meist eine Industrie-Poliermaschine und die passenden Poliermittel, um ein optimales Endergebnis zu erzielen. Das dafür angelegte Geld ist gut investiert, feine Kratzer lassen sich so recht gut aus dem Lack entfernen.
Smart Repair
Sind die Kratzer im Lack so tief, dass eine Politur nicht mehr ausreicht, bietet sich die sogenannte Smart-Repair-Technik zur Entfernung an. So bezeichnet man grundsätzlich kleinere Reparaturen am Auto, die von Fachwerkstätten mit dem nötigen Spezialwerkzeug durchgeführt werden. Von der partiellen Lackreparatur und der Innenraumreinigung bis hin zu kniffligen Angelegenheiten, beispielsweise kleineren Dellen oder Brandlöchern in Sitzen, werden hier die kleinen und mittelgroßen Sorgen eines jeden Gebrauchtwagens bewältigt.
In Puncto Lack besteht der größte Vorteil beim Smart Repair darin, dass keine großflächigen und damit extrem teuren Lackierarbeiten erforderlich sind. Es wird also immer nur der (eng begrenzte) Bereich aufbereitet, in dem sich die Schäden befinden.
Man sollte natürlich wissen, dass die Möglichkeiten von Smart Repair begrenzt sind. Wichtig ist daher, Kosten und Nutzen im Einzelfall genau abzuwägen. Ein seriöser Profi wird den Kunden in diesem Zusammenhang objektiv und fair beraten und somit auch ganz klar die Grenzen aufzeigen.
